deutschland ist reich

 

Ob Ukrainekrieg, EU-Transfers, Flüchtlingsaufnahme, Aufrüstung: "Deutschland ist reich!"

 

Die "Deutschland-ist-reich!"-Saga ist zu einem Totschlagargument geworden. Egal um was es geht, nie scheint es ernsthafte Finanzierungsprobleme zu geben. Über eine Billiggeldschwemme oder sogenannte "Sondervermögen" lassen sich selbst Kriege, Sanktionen oder Aufrüstungen finanzieren.

 

Unfinanzierbar? "Deutschland bzw. der EZB kann das Geld doch niemals ausgehen!"
Theoretisch mag das so sein. Aber doch wohl nur, weil alle moralischen Bedenken über Bord geworfen wurden. Wozu müssen Menschen überhaupt noch arbeiten, wenn doch grenzenlos Geld zum manipulierten Minuszins zur Verfügung steht? Warum soll ein Staat sich angesichts dessen noch weiter "kaputtsparen" (im Gesundheitswesen, bei der Infrastruktur, im Bildungsbereich usw.)? Was wäre also so schlimm daran, würde Deutschland 3, 5 oder 10 Billionen Euro an neuen Schulden aufnehmen?
Anhand solch klarer Überlegungen lässt sich vielleicht veranschaulichen, was hinter der dubiosen, auf Unendlichkeit ausgerichteten, Geldpolitik steckt. Letztlich läuft alles langfristig auf eine Inflationierung hinaus. Je mehr Geld sich im Umlauf befindet und je weniger Waren und Werte dem gegenüberstehen, desto höher die Geldentwertung (die zuvorderst die Sparer und Eigner von Lebensversicherungen trifft). Zur Finanzierung des I. Weltkrieges wurden Bürger zur Aufnahme von Kriegsanleihen genötigt. Nachher war das ganze Geld futsch. Ein Laib Brot kostete Ende 1923 vierhundert Milliarden Reichsmark (1914 waren es noch 0,50 Reichsmark).

Meine Meinung: Solange im Überfluss Spargelder zur Verfügung stehen, dürften Zentralbanken kein neues Geld generieren. Der Staat müsste sich dann über das vorhandene (derzeit brach liegende) Geld verschulden und dafür dann den marktüblichen Zins zahlen (der normalerweise zwei oder drei Prozent über der Inflationsrate liegen würde). Erst bei einer solch seriösen Geldpolitik könnte auch die Wirtschaft sich nachhaltig regenerieren (der hochexplosive Kasinokapitalismus in seine Schranken verwiesen werden).

Das Problem: Angesichts der grenzenlosen Freiheiten, die sich die EZB inzwischen angeeignet hat (indem frühere Versprechen und Beschränkungen einkassiert wurden), meinen tatsächlich viele Spitzenpolitiker in der Eurozone (auch in Deutschland), Geld gäbe es im Überfluss. Zur Überwindung der Coronakrise, der Finanzierung der verschleierten Massenarbeitslosigkeit, der Integration von Zuwanderern, der Klimawende, der Digitalisierung, der Unterstützung des Ukrainekrieges - und zur Finanzierung wahltaktischer Wohltaten (Erhöhung von Kindergeld, Sozialhilfen, Hartz-IV-Sätzen, Baukindergeld, E-Auto-Prämien, Ausweitung der Bürokratie usw.). Das Anspruchsdenken, das sich in weiten Teilen unserer Gesellschaft verfestigt hat, fußt auf der irrigen Parole "Geld ist doch genug da!". Das wiederum nährt die Unzufriedenheit und das Unverständnis gegenüber abgelehnter Forderungen.

 

Ist es wirklich so einfach: Die EZB generiert grenzenlos neues Geld zum Aufkauf von Staatsanleihen und schafft die Zinsen ab?
Und wer zahlt am Ende die Zeche? Wie endet der Husarenritt ins Dunkle der Nacht? Wird diese marktzersetzende Geld- und Wirtschaftspolitik jemals zum Wahlkampfthema, wird sie demokratisch legitimiert? Oder wird man sich nach dem absehbaren Desaster wieder dumm herausreden (wie so oft)? Schon jetzt lässt die in Fahrt kommende Panik (Inflation) bei Vermögenswerten Böses ahnen.

 

Aus Staatsschulden werden Sondervermögen …
Was ist das für eine Demokratie, wenn die Bevölkerung ständig veräppelt wird? Man garantiert scheinheilig die Einhaltung der Schuldenbremse und schafft per Kredit gigantische Schattenhaushalte, die als "Sondervermögen" verkauft werden. Mal eben schnell 200 Milliarden Euro Sondervermögen für dies, 100 Milliarden für das usw. Sind doch alles nur Peanuts. Geld ist doch eh nur eine Illusion, ein Vertrauensvorschuss. Es scheint, dass viele Politiker (oder gar die meisten) das Verhältnis zum Geld und zu Treu und Glauben längst verloren haben.

 

Der zollächtende Kasinokapitalismus (verklärend Globalisierung genannt) führt die Welt immer weiter an den Rand des Abgrunds!
Da werden seitens der Großmächte Kriege inszeniert (Irak 2003, Ukraine 2022), da droht das Bankensystem zusammenzubrechen (Lehman 2008), da bringt eine globale Pandemie (Corona 2020) die Weltwirtschaft ins Straucheln - immer wieder gibt es angeblich triftige Gründe, über eine Billiggeldschwemme die sich anbahnende Katastrophe abzuwenden. Den Verantwortlichen fällt offenbar gar nicht auf, dass all diese Abgründe systematisch bedingt sind.
Dass die Abkehr von jeglicher Moral, dass die Annahme, es ließe sich alles (sogar Stellvertreterkriege) über die Notenpresse regeln, die beklagten Notlagen erst hervorruft, wird selten erkannt. Die Billiggeldschwemme scheint westlichen Scheindemokratien in einen Allmächtigkeitsrausch zu versetzen. Die schweren Krisen der letzten 20 Jahre waren keineswegs schicksalhaft: sie waren Folge der hemmungslosen Geldvermehrung.

 

Was wäre, wenn Staaten und Unternehmen ihre Kredite wie einst über die Spareinlagen der Bürger finanzieren müssten?
Dürften Staaten nicht über neu generiertes Billiggeld ihre eigenen Staatsanleihen aufkaufen, müssten sie also auf die reichlich vorhandenen Spargelder zurückgreifen, lägen die Leitzinsen generell über der aktuellen Inflationsrate. Dann gäbe es keine schleichende Enteignung der Kleinsparer. Sogar die Marktwirtschaft würde dann noch einigermaßen funktionieren. Vor allem, wenn die krassen globalen Lohnunterschiede über Importzölle abgemildert würden.
Bei einem ehrlichen Leitzins von derzeit vielleicht 12 % in Deutschland müsste unser Staat also ein Vielfaches für seinen Schuldendienst aufbringen. Es gäbe vermutlich keine Schattenhaushalte und keine "Sondervermögen", weil diese einfach unbezahlbar wären. Eine Unterstützung der US-amerikanischen Ukraine-/Russlandpolitik wäre kaum möglich, eine Aufrüstung unserer Bundeswehr auch nicht.
Eine Welt ohne Billiggeldschwemme würde die Auswüchse heutiger Politik nahezu unbezahlbar machen! Aber wäre das wirklich von Nachteil? Die Beantwortung dieser Frage ist sicher eine interessante Denksportaufgabe, die ich auch unseren gewählten Volksvertretern anempfehlen möchte.

 

Geld ist Vertrauenssache! Auch Christian Lindner weiß: Schon der leiseste Zweifel an der deutschen Bonität kann gefährlich werden.

 

Deutschland ist reich - der Kreislauf der Illusionen …
1. Es braucht viel Geld (Hunderte Milliarden Euro) für die militärische Aufrüstung, die Finanzierung des Ukrainekrieges, der folgenreichen Sanktionspolitik, der Flüchtlingsaufnahme usw.
2. Um keinen Unmut aufkommen zu lassen, wird im Staatsfernsehen nicht nur einseitig die absolute Notwendigkeit unserer Ukraineunterstützung bekundet, es wird auch ständig der Fachkräftemangel beklagt. Alle sollen glauben, Deutschland brauche eine hohe Zuwanderung. Gepflegt werden dabei auch die Verschwörungstheorien vom Aussterben Deutschlands und der Vergreisung unserer Gesellschaft.
3. Was verschwiegen wird: Der Fachkräftemangel ist eine Folge der Zuwanderung! Die hohe Zuwanderung (seit 2015 kamen 13 Millionen Menschen nach Deutschland) wirkt letztlich wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.
4. Gebetsmühlenhaft wird ungefragt unser Territorium zum Einwanderungsland erklärt und eine schleichende Umwandlung zum Vielvölkerstaat angestrebt.
5. Politiker, Parteien, Bürger, die diese Art von Überrumplung und Umerziehung nicht gutheißen, werden als fremdenfeindlich, rechtsextrem, inhuman und böse stigmatisiert und womöglich sogar vom Verfassungsschutz beobachtet.
6. Ohne Billiggeldschwemme, bei Leitzinsen über der Inflationsrate, wäre dieses Lügengebäude längst eingestürzt.

 

Nicht nur die Altersvorsorge ist nicht mehr planbar …
Im Grunde muss man sagen: "Nichts gilt mehr!". Nicht nur persönlich, nicht nur national, sondern wegen der internationalen Abhängigkeiten (hervorgerufen durch den Zollabbau) sogar weltweit. Jederzeit können einsame politische Entscheidungen alle Prophezeiungen über den Haufen werfen. Wegen der Billiggeldschwemme drohen Staatspleiten oder der Zusammenbruch des aufgeblähten Währungssystems. Die Zukunft ist unsicher, weil das Vertrauen schwindet. Das Vertrauen in die Geldpolitik und den Rechtsstaat. Wenn Bürgergeldempfänger sich besser stehen als Durchschnittsverdienerhaushalte - wo bleibt da die Moral? Wenn es bei einer zehnprozentigen Inflation 0 % Sparzinsen gibt - wer soll das noch verstehen. Selbst die Marktwirtschaft bleibt dabei auf der Strecke.

 

Viele Leute meinen, Deutschland sei reich, weil das Privatvermögen der Deutschen auf 16 Billionen Euro geschätzt wird …
Also kann sich doch der Staat über Sondervermögen (= Sonderkredite) und Schattenhaushalte immer weiter verschulden - und sich später über eine schleichende Enteignung der Sparer (Sparzins weit unterhalb der Inflationsrate) entschulden? Ich meine nicht! Warum?
••• 1. Weil das Vermögen sehr ungleich verteilt ist. Schröpft man die Reichen über Gebühr, werden diese im Laufe der Zeit auswandern und sich in gastfreundlicheren Staaten niederlassen. Damit würde die deutsche Wirtschaft stark geschwächt. Firmen würden verlagert und Eliten unser Land meiden.
••• 2. Weil ein erheblicher Teil des Privatvermögens der Alterssicherung dient. Und für außergewöhnliche Belastungen, z. B. Hausreparaturen (neue Heizungslanlagen), Kfz-Reparaturen, Beerdigungskosten usw.) dringend gebraucht wird.
••• 3. Weil der Großteil des Vermögens wertmäßig spekulativ ist, also in Immobilien und Aktien steckt. Bei sinkenden Häuserpreisen schmilzt auch das Gesamtvermögen der Deutschen.
••• Fazit: Seit ca. 15 Jahren finanziert der Staat soziale Wahlversprechen zum Teil über eine künstlich herbeigeführte Niedrig- bzw. Nullzinspolitik. Wohl immer mit dem Hintergedanken, dass Deutschland bzw. seine Bürger ja schließlich reich seien, man sie zur Not noch stärker schröpfen könne. Doch wie wird ein solcher Husarenritt enden? Meint man wirklich, mit der Parole "Deutschland ist reich!" den Bürgern ewig Sand in die Augen streuen zu können?

 

Hintergrund: Globalisierung, Nullzinspolitik: Wie aufrichtig ist der Spiegel?

 

 

Versetzt die Billiggeldschwemme die Führer westlicher Scheindemokratien in einen trügerischen Machtrausch? Meinen sie, über die schleichende Enteignung der Kleinsparer selbst Kriege, militärische Aufrüstungen und eine zigmillionenfache Flüchtlingsaufnahme finanzieren zu können? Braucht man die Billiggeldschwemme also zur Umsetzung vermeintlicher Menschenrechte? Oder zur Rettung des Kasinokapitalismus (der Globalisierung)?

 

 


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Zustimmende Beurteilung dieses Artikels:

Ich denke auch, dass viele Spitzenpolitiker den Bezug zum Geld verloren haben und meinen, über Sondervermögen (= Sonderkredite) sei alles finanzierbar.

Ich denke auch, dass Regierungen sich kaum vorstellen können, welch eine Lawine über die Billiggeldschwemme (0 % Sparzins bei 10 % Inflation) losgetreten wird.

Ich denke auch, dass die Globalisierung (= der weitgehende Zollverzicht) nur noch am Tropf der Billiggeldschwemme hängt. Ohne den manipulierten Enteignungszins (Leitzins) wäre das globale Lohndumpingsystem (die internationale Arbeitsteilung) längst kollabiert. Die Marktwirtschaft würde dann noch funktionieren.

 

Ablehnende Beurteilung dieses Artikels (ich bin ganz anderer Meinung als Manfred J. Müller):

Anders als Herr Müller glaube ich, dass es die Pflicht eines Staates ist, über die Billiggeldschwemme und die zauberhafte Weginflationierung der Staatsschulden Kriegsbeteiligungen, selbstzerstörerische Sanktionen, militärische Aufrüstungen sowie die Massenzuwanderung zu ermöglichen.

Anders als Herr Müller kann ich mir nicht vorstellen, dass der staatliche Zinsbetrug zum Zusammenbruch des Kasinokapitalismus führen muss.

Es ist beruhigend zu wissen, dass über die Billiggeldschwemme sogar ein 3. Weltkrieg finanziert werden könnte. Aber dazu wird es nicht kommen, wie derzeit der US-Präsident Biden meint. Und Herr Biden muss das ja wissen.

 

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© Manfred Julius Müller, Flensburg, Erstveröffentlichung Dezember 2022