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Russland versus USA: Wie demokratisch, notwendig und human sind Stellvertreterkriege?

 

Es gibt doch wohl kaum einen Zweifel: Hätten die USA den Ukrainern nicht heimlich ihre militärische Unterstützung signalisiert, hätte Selenskyj keinen Krieg riskieren können. Und hätten die Ukrainer nicht unbedingt in die EU und Nato wollen, wären Putins Truppen gar nicht erst in die Ukraine einmarschiert.

Warum kommt es immer wieder zu Stellvertreterkriegen? Ich erinnere nur an die vielen völkerrechtswidrigen Kriege, welche die USA fern ihres eigenen Territoriums führten. Der Irak wurde 2003 von den USA aufgrund einer plumpen Falschmeldung überfallen. 40.000 irakische Soldaten und vermutlich ca. 400.000 irakische Zivilisten kamen dabei um. Obwohl Amerika der eindeutige Aggressor war, gab es keine Sanktionen gegen die dominierende Supermacht. Die USA wurden nicht boykottiert und von der Außenwelt abgeschnitten. Und natürlich erhielt der Irak auch keine Panzer aus Deutschland.

 

Ist Russland der Aggressor, ist alles anders …
Denn Russlands Sicherheitsinteressen sind anscheinend nebensächlich. Da wird das von Russland angegriffene Land von den USA und seinen Verbündeten solange mit modernsten Waffen unterstützt, bis dem Aggressor die Puste ausgeht. Selbst wenn sich ein solcher Stellvertreterkrieg über drei, fünf oder zehn Jahre hinziehen oder gar in einen dritten Weltkrieg münden sollte. Hunderttausende Tote, die teilweise Zerstörung der Ukraine, das ganze Elend der standhaften, hungernden und frierenden Zivilbevölkerung und Abermillionen Flüchtlinge werden in Kauf genommen, um Russland in seine Schranken zu verweisen und über Jahrzehnte zu schwächen. Wenn es dabei wegen des Energiemangels auch zur dauerhaften Verelendung Europas kommt, was soll's? Hauptsache man folgt den Vorstellungen der US-Machthaber.

 

Im Grunde geht es um die Rivalitäten und Sicherheitsinteressen der Supermächte …
Die USA möchten ihren Status als Supermacht Nummer 1 festigen. Sie wollen ihren Macht- bzw. Einflussbereich ausdehnen und die Welt nach ihrem Vorbild umgestalten. Deshalb sind sie daran interessiert, die russischen Nachbarländer an sich zu binden. Am besten sogar in die Nato zu integrieren, obwohl der UdSSR 1992 versichert wurde, dass dies niemals geschehen werde. Diese Garantien waren einst die Basis für die Auflösung der UdSSR, diesen Garantien verdanken die ehemaligen Sowjetrepubliken ihre Unabhängigkeit. Der Separatismus, die Abkoppelung vom Mutterland, ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit bzw. ein Grundrecht. Großbritannien hat Schottland gerade jegliche Autonomiebestrebungen untersagt, in Spanien wurden Separatisten verfolgt und verhaftet.

 

Die Strategie der Nato beruht auf der Hoffnung, dass Putin so vernünftig ist, keine Atomwaffen einzusetzen und sich mit einer Niederlage abfindet.

 

Die USA hatten ihre Vormachtstellung über den Zollabbau verspielt …
Sie setzten auf den angeblich freien Markt, den Zollabbau, ohne zu bedenken, dass durch den entfesselten Lohndumpingwettbewerb ihre hochentwickelten Industrien allmählich in die aufstrebenden Billiglohnländer abwandern. Die USA verloren dadurch trotz aller Gegenmaßnahmen (Förderinitiativen und Konjunkturpakete) rapide an wirtschaftlicher Stärke, worunter natürlich auch ihre Vormachtstellung litt. Obwohl US-amerikanische Unternehmen mit Billionen Dollar (= Schulden) gepampert wurden (5000 Milliarden Dollar allein zur Überwindung der Corona-Pandemie), hat China die US-Wirtschaft längst überflügelt. Seit 1980 hat sich das Realeinkommen in China in Etwa verzehnfacht, während es in den USA (ebenso wie in Deutschland) gesunken ist.
Wenn jetzt wegen der massiven Einmischung in den Ukrainekrieg sowohl Russland als auch Europa wirtschaftlich ruiniert werden, wird die USA davon profitieren. Wie sollen sich in Deutschland Industrien behaupten, wenn die Energiepreise hierzulande, anders als in den USA, in die Höhe schießen? Zudem die US-Regierungen inzwischen klüger geworden sind und ihren protektionistischen Schutzwall immer weiter ausbauen.

 

Stellvertreterkriege Russland USA

 

Geht es überhaupt um die Rettung und das Wohl der Ukrainer?
Braucht die Ukraine die EU und die Nato, um einen Wohlstand wie in Deutschland zu erreichen? Deutschland hat bei ehrlicher Berechnung wegen der EU erheblich an Wohlstand eingebüßt, wäre also ohne EU-Mitgliedschaft, ohne Euro, ohne Billiggeldschwemme, ohne Arbeitnehmerfreizügigkeit/Niederlassungsfreiheit, ohne Zollverzicht usw. weit besser dran. Die Annahme, die Ukraine könnte als EU-Mitglied aufblühen, basiert nicht auf Logik, sondern auf dem Prinzip Hoffnung. Und der Erwartung, dass westeuropäische Unterstützungszahlungen Wunder bewirken, womöglich gar das kranke System der Korruption und Vetternwirtschaft besiegen. Was nicht berücksichtigt wird: Als EU-Mitglied verliert die Ukraine ihre Unabhängigkeit (für die sie doch angeblich kämpft) und damit auch ihre eigene Handlungsfähigkeit. Sie unterwirft sich voll und ganz der lähmenden EU-Bürokratie und dem innereuropäischen und globalen Dumpingwettbewerb (wegen des verordneten Zollverzichts).

Anmerkung: Laut CEBR (Diagramm im Spiegel Heft 4/2021) ist das Bruttoinlandsprodukt in der EU preisbereinigt von 2005 bis 2020 leicht gesunken, während es sich im gleichen Zeitraum in China verfünffacht hat. 2005 betrug das BIP in China 3 Billionen Dollar und in den 27 Staaten der EU (also ohne Großbritannien) 15 Billionen Dollar. Inzwischen hat China die EU längst überflügelt. Wobei es in der EU natürlich starke Unterschiede gibt: Die EU-Niedriglohnländer haben aufgeholt, während die EU-Hochlohnländer umso mehr abgesunken sind.

 

Schert die USA das Elend in Kuba?
Ginge es den Amis tatsächlich um das Wohl der Menschen, warum kehren sie dann nicht erst einmal vor ihrer eigenen Haustür? So zu tun, als würde man sich immer nur für die Menschenrechte einsetzen, ist wenig glaubwürdig, betrachtet man das Engagement der USA bezüglich ihrer verarmten Nachbarländer. Warum lassen sie zum Beispiel die Kubaner derart hängen, warum sanktionieren und boykottieren sie den Staat sogar? Für eine Supermacht, die sich so gerne in die Belange anderer Staaten einmischt (sogar wie in Chile Regimewechsel organisiert) und die Weltordnung diktiert, müsste es doch ein Leichtes sein, einen kleinen Staat wie Kuba mit seinen 11 Millionen Einwohnern auf die Beine zu helfen.
Einer Supermacht wie den USA müsste es auch möglich sein, nur Importe zu genehmigen, die nachweislich unter fairen Bedingungen (Löhnen) produziert wurden. Selbst wenn die Preise sich dann für manche Erze und exotische Lebensmittel (Kakao, Kaffee, Palmöl) verdoppeln sollten. Oder will man bewusst die Entwicklungsländer wirtschaftlich klein halten, damit sie zu keiner echten Konkurrenz werden? Hat man Angst vor dem Aufstieg einer weiteren Supermacht, vielleicht einer indischen oder gar afrikanischen?
Indes, wenn man bedankt, wie viele Probleme die USA im eigenen Lande haben, muss man bald annehmen, dass sie es gar nicht besser können, dass ihnen die Kompetenz fehlt bzw. gegen die Interessen ihrer Kapitallobby kein Ankommen ist.

 

Kuba verzichtet auf die Stationierung russischer Atomraketen. Das sollte doch eigentlich genügen, als Dank beim Aufbau Kubas zu helfen.
Wie würden die USA reagieren, würde Kuba eine Teilrepublik Russlands werden wollen? Würden die USA dann wieder mit einem 3. Weltkrieg drohen? Würden sie in Kuba einmarschieren?

 

Liste der US-Kriegseinsätze seit 1950 (Auswahl)
1950-1953 Koreakrieg
1958 Libanon
1961 Kuba (Schweinebucht)
1962 Kubakrise
1964-1970 Laos
1964-1975 Vietnam
1965 Dominikanische Republik
1965 Kambodscha
1967 Bolivien
1977 El Salvador
1979 Afghanistan
1982 Nicaragua
1986 Libyen
1991 Kuwait
1992 Jugoslawien
1992 Somalia
1994 Haiti
2001-2021 Afghanistan
2003-2011 Irak
2015 Jemen
Brachten diese US-Kriegseinsätze tatsächlich Friede, Freude, Eierkuchen - waren sie immer moralisch gerechtfertigt (alternativlos)? Dienten sie stets dem Frieden, der Demokratie, dem Selbstbestimmungsrecht der Völker? Haben die westlichen Leitmedien (z. B. unser Staatsfernsehen) diese Militäreinsätze nach den gleichen Kriterien bewertet wie heute den Ukrainekrieg? Oder wurden und werden da gewaltige Unterschiede gemacht? Auffällig ist, dass all diese Kriege nicht auf US-amerikanischen Boden stattfanden, dass also die Zivilbevölkerung der USA die Schrecken eines Krieges selbst nie richtig erlitten hat. Hätten die Amis die gleichen Erfahrungen gemacht wie die Deutschen, Russen, Ukrainer, Franzosen, Polen usw., würde die breite Bevölkerung der USA vielleicht ganz anders über Kriege denken und urteilen.

 

Ist Deutschland ein Vasallenstaat der USA, muss gar die EU nach der Pfeife der USA tanzen?
Deutschland lässt sich wieder einmal, wie bereits 1914, in einen Krieg hineinziehen. Obwohl es diesmal überhaupt keine Bündnisverpflichtungen gibt. Was sind das für Politiker und Medien, die uns einreden wollen, es gäbe zu dieser "Friedenspolitik" keine Alternative? Die deutsche Regierung lässt sich meiner Meinung nach regelrecht fremdbestimmen und nötigen. Jetzt sollen sogar schon Dutzende Marder-Panzer in die Ukraine geliefert werden. Wie soll das weitergehen? Wenn die USA unbedingt Russland in die Knie zwingen und die Ukraine in die Nato führen will, warum soll die ungefragte deutsche Bevölkerung sich an diesen Zielen beteiligen? Die indirekte Kriegsbeteiligung Deutschlands kann sowohl wirtschaftlich als auch militärisch sehr schnell in die Katastrophe führen. Die aus der Ferne agierende US-Supermacht ist da weit weniger gefährdet.

 

Russland kann einen konventionellen Krieg nicht gewinnen. Einen Atomkrieg allerdings schon.
Die USA verfügen über einen zehnmal höheren Wehretat als Russland. Liefern die USA bzw. ihre Verbündeten (Alliierten) modernstes Kriegsgerät bis zum Abwinken, hat Russland keine Chance. Die USA wollen Russland offensichtlich ausbluten lassen und zum Rückzug zwingen. Die Ukrainer wissen das und haben angesichts der Gewissheit, dass sie den Krieg aufgrund unbegrenzter westlicher Waffenlieferungen gar nicht verlieren können, keinen Bock auf Friedensverhandlungen mit der Zusage, auf einen EU- oder Natobeitritt zu verzichten. Sie berauschen sich derzeit an militärischen Erfolgen, auch wenn dabei ihr ganzes Land zugrunde geht, Hunderttausende Soldaten sterben und ein Großteil der eigenen Bevölkerung ins Ausland flieht. Fragt sich also nur, ob Putin diese Niederlage akzeptiert oder sich genötigt sieht, doch noch Atomwaffen einzusetzen. Der Ukrainekrieg wird also zum Pokerspiel. 1962 in der Kubakrise hatte die USA ein solches Pokerspiel gewonnen.

 

Hat man Putin bewusst in die Falle gelockt?
Haben die USA Putin vor Beginn des Krieges (russische Truppen standen ja lange genug an der ukrainischen Grenze) eindeutig zu verstehen gegeben, dass Russland einen konventionellen Krieg niemals gewinnen könne? Dass der Westen einen Stellvertreterkrieg führen und an Waffen und Geld alles aufbieten würde, was für einen Sieg der Ukraine erforderlich sei (einschließlich der Rückeroberung der Krim)? Wurden derlei Warnungen bewusst vermieden? Nach zehnmonatigem Kriegsverlauf scheinen derlei Überlegungen gar nicht mal so abwegig. Hatte man einst nicht auch Saddam Hussein in die Falle gelockt, als der nämlich annahm, Kuwait vereinnahmen zu dürfen?

 

Werden uns die USA oder die EU irgendwann erlauben, wieder Handel mit Russland zu treiben?
Angenommen, es kommt nicht zum Dritten Weltkrieg: Wird Deutschland in absehbarer Zeit wieder Russland als normalen Handelspartner akzeptieren dürfen? Oder werden Deutsche wieder mit Russen zusammenarbeiten können? Russland bis zum Ural gehört genauso wie die Ukraine zu Europa - oder müssen unsere Landkarten jetzt auch noch korrigiert werden?

 

 

Wie demokratisch ist die deutsche Beteiligung am Ukrainekrieg? Gewährte man unserer Bevölkerung auch nur ein Fitzelchen Mitbestimmung bezüglich der Lieferung von Panzern und der Aufnahme von Millionen Flüchtlingen? Wurde über das Für und Wider in den Medien debattiert? Oder gab es eine einseitige Hofberichterstattung?

 

Nachtrag 25. 1. 2023:
Nun liefert Deutschland doch Leopard-2-Panzer …
Also genau das, was noch vor Monaten ausgeschlossen wurde. Bei dieser riskanten Entscheidung fühlte man sich "natürlich nicht" von den Scharfmachern der Nato-Verbündeten gedrängt. Logisch. Deutschland will schnellstmöglich 14 Leopard 2 liefern und anderen Staaten erlauben, mit diesen Panzern an die Ukraine zu unterstützen.
Heute noch sind es nur 14 Panzer, was kommt danach? Welche Zusagen erfolgen in zwei, drei oder sechs Monaten, wenn wieder einmal die Ukraine in Not ist? Schon am Tag der deutschen Zusage folgten weitere "Bitten" aus der Ukraine: Nun brauche man unbedingt Kampfflugzeuge, Raketen und Kriegsschiffe. Und abermals versichert unser Kanzler, dazu werde es niemals kommen, es dürfe keine rote Linie überschritten werden, Deutschland solle keine Kriegspartei werden. Doch wie definiert sich "Kriegspartei"? Gebührt dem Westen hier die Deutungshoheit?

 

"Die Ukraine darf nicht verlieren …"
Das ist inzwischen die Standardformel der Nato-Allianz. Doch was bedeutet sie konkret? Sollen alle seit 2014 von Russland annektierten Gebiete zurückerobert werden? Sogar die Krim? Darf es erst nach einem totalen Rückzug oder der bedingungslosen Kapitulation Russlands Friedensverhandlungen geben unter Einbeziehung der Reparationsforderungen?

 

Darf die Ukraine nicht verlieren, weil sich ansonsten die Sinnlosigkeit der Nato-Einmischung offenbaren würde?
Man stelle sich vor, die Ukraine würde trotz aller westlicher Waffenlieferungen von Russland besiegt. Dann würde man fragen: "Wozu das alles?". Wäre vor Kriegsausbruch der Ukraine nicht eine unbegrenzte Unterstützung versprochen oder signalisiert worden, hätte Selenskyj schon am 1. Tag der Offensive, also am 24. 2. 2022, vernünftigerweise kapitulieren müssen. Dann hätte zwar Russland wahrscheinlich einen Regierungswechsel in der Ukraine erzwungen und sich Gebiete mit einer mehrheitlichen russischen Bevölkerung einverleibt, aber die Ukraine wäre nicht zerstört worden, Hunderttausende Gefallene wären noch am Leben und Abermillionen Ukrainer hätten nicht ins Ausland fliehen müssen.

 

Ohne US-Waffenlieferungen hätte die Ukraine schon längst kapitulieren müssen …
Das jedenfalls wird von vielen Militärexperten inzwischen öffentlich zugegeben. Dieses Eingeständnis bestätigt, wie sehr sich dieser Krieg in einen Stellvertreterkrieg verwandelt hat. Schon kurz nach Beginn westlicher Waffenlieferungen meinte der ukrainische Botschafter in Deutschland: "Der dritte Weltkrieg hat bereits begonnen!". Sollte er Recht behalten? Läuft die zunehmende Eskalation darauf hinaus? Sind die deutschen Waffenlieferungen wirklich so folgenlos, wie oft dargestellt? Machen sie Deutschland wirklich nicht zu einer Kriegspartei?

 

"Deutschland muss eine Führungsrolle übernehmen …"
Braucht man mal wieder einen Sündenbock? Muss Deutschland in dieser verfahrenen Situation wirklich eine Führungsrolle übernehmen? Möchte die USA jetzt gerne die Verantwortung für den sich ausweitenden Krieg auf Deutschland übertragen? Wird ihnen die Lage nunmehr zu brenzlig, wo doch der Ukrainekrieg "ein europäisches Problem" ist und die Ukraine "vor unserer Tür" und "in der Mitte Europas" liegt? Die Amis haben anscheinend nur mit Widerwillen der Lieferung schwerer Abrams-Panzer zugestimmt (die überdies erst in etwa einem Jahr einsatzfähig sein werden).
Die USA ließen sich bislang als größte "Unterstützer" und Geldgeber feiern. Bezieht man jedoch die Kosten für Millionen Ukraineflüchtlinge mit ein, so ist das Engagement Deutschlands längst größer als das der Supermacht USA (mit ihrem sechsfachen Bruttoinlandsprodukt).

 

Wie siegessicher kann Herr Selenskyj sein?
Kaum dass die Leopard-2-Lieferungen zugesagt wurden, wiederholte Herr Selenskyj seine Bedingungen für Verhandlungen: Russland müsse erst alle seine Soldaten aus der Ukraine abziehen, müsse seine Fehler eingestehen und möglichst auch seine alte Regierung absetzen. Echte Verhandlungsbereitschaft und Schadensbegrenzung sieht meines Erachtens anders aus. Ist sich Herr Selenskyj angesichts seiner erfolgreichen Bündnis- und Waffenbeschaffungs-Politik allmählich so siegessicher, dass er meint, auf Kompromisse oder ein schnelles Kriegsende verzichten zu können?

 

Brauchen wir noch eine deutsche Regierung? Wäre es nicht einfacher, wenn die polnische oder amerikanische Regierung für Deutschland mitentscheidet?
Das würde die Entscheidungsprozesse extrem beschleunigen und vielleicht verhindern, dass die Deutschen am Ende wieder als die großen Verlierer, Zauderer oder Kriegstreiber darstehen. Vielleicht würden die Amis deutsche Interessen sogar besser achten als unsere eigenen gewählten Volksvertreter. Nach dem II. Weltkrieg haben sie als Besatzungsmacht jedenfalls sehr umsichtig gehandelt.

 

Warum wird die Gefahr eines Atomkrieges verniedlicht?
Wer die 1960/70er Jahre aktiv miterlebt hat wird sich erinnern, wie sehr die Gefahr eines Atomkrieges damals ständig im Raum stand. Nicht wenige Hausbesitzer ließen sich, falls sie es sich leisten konnten, einen kleinen Atombunker in ihrem Keller einbauen. Im staatlichen Fernsehen wurden regelmäßig Verhaltensweisen bei einem Atomangriff vorgeführt (Schutz suchen, Aktentasche über den Kopf halten) und generell eine Notbevorratung von Lebensmitteln und Trinkwasser empfohlen.
Das ist heute alles vergessen, obwohl sich aktuell die Möglichkeit eines Atomkrieges potenziert hat. Im Vergleich zu damals denke ich, geht es den etablierten Parteien heute weniger um das Wohl der Bürger, sondern viel mehr um die Gunst der Wähler. Die dürftige Zustimmung zur Einmischung in den Ukrainekrieg dürfte rapide sinken, wäre der breiten Bevölkerung das Ausmaß der derzeitigen Gefahren bewusst.
Im Staatsfernsehen wird die Möglichkeit eines Atomkrieges immer wieder heruntergespielt. Es gibt in unserem Land keine ernsthaften Debatten, wie sich ein solcher III. Weltkrieg entwickeln könnte. Wenn zum Beispiel die Russen taktische Atomwaffen in der Ukraine einsetzen würden, als Kompensation für ausufernde westliche Waffenlieferungen. Würden die USA ihre Ukraine dann ebenfalls mit solchen Waffen aufrüsten? Wird Russland dann, des Treibens müde, vielleicht doch Atombomben gen Warschau und Berlin schicken? Mit dem Argument, den Krieg gegen Japan schnell beenden zu müssen, haben schon die USA 1945 zwei Atombomben eingesetzt. Wie würden die USA reagieren, wenn Warschau und Berlin ausgelöscht wären? Angesichts der ersten ernsthaften Bedrohung ihrer eigenen Städte? Denn was nützt es der USA, sich juristisch oder moralisch im Recht wähnen zu können, wenn die USA nach dem finalen Schlagabtausch gar nicht mehr existiert?

Über all das soll anscheinend "die dumme graue Masse" unserer Bevölkerung (der noch heute wegen mangelnder Reife bundesweite Volksabstimmungen verwehrt bleiben) gar nicht erst nachdenken. Weil diese dumme graue Masse dann einen sofortigen Stopp der Waffenlieferungen verlangen würde. Ich gewinne allmählich den Eindruck, dass der US-Regierung die Entwicklung des Ukrainekrieges inzwischen selbst unheimlich wird. Dass ihre Angst wächst, die ganze Sache könnte ihr entgleiten. Sie hatte wohl gehofft, Putin über die wirtschaftliche Isolierung und großzügige Waffenlieferungen innerhalb von Wochen zum Rückzug zwingen zu können. Das hat nicht geklappt und nun wird Deutschland die Führungsrolle angeboten, denn schließlich ist die Ukraine ein europäisches Problem und die USA "können doch nicht immer der Weltpolizist sein" und für Europa die Kastanien aus dem Feuer holen. Und wie es scheint fügt sich die deutsche Regierung, wenn auch zaudernd. Nicht nur massiv bedrängt von der polnischen und ukrainischen Regierung, sondern auch von der mächtigen CDU/CSU-Opposition und inländischen Leitmedien. Wie groß wäre wohl die Kriegsbereitschaft in Deutschland, würde das Staatsfernsehen neutral über die Hintergründe des Ukrainekrieges und die Folgen der Einmischung berichten?

 

 

 

 

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Zustimmende Beurteilung dieses Artikels:

 

Ich denke auch, dass der Westen mit zweierlei Maß misst. Es ist ein großer Unterschied, ob nun die USA oder Russland als Aggressor auftritt.

 

Ich denke auch, dass der Ukrainekrieg hätte verhindert werden können. Durch eine Verzichtserklärung bezüglich eines EU- und Natobeitritts oder aber durch ein eindeutiges Bekenntnis der USA, sich in den Ukrainekrieg massiv einzubringen.

 

 

Ablehnende Beurteilung dieses Artikels (ich bin ganz anderer Meinung als Manfred J. Müller):

 

Die USA führen keinen Stellvertreterkrieg, Sie wollen lediglich der Ukraine helfen.

 

Den USA geht es ausschließlich um das Wohl und die Rechte der Ukrainer. Die USA verfolgen keine strategischen Ziele.

 

Es ist gut, dass von einem möglichen Atomkrieg abgelenkt wird. Die Zustimmung der Beteiligung am Ukrainekrieg könnte andernfalls kippen.

 

 

Eine herzliche Bitte: Sollte Ihnen dieser Artikel (https://www.versandhaus-foto-mueller.de/stellvertreterkriege.html) gefallen haben, empfehlen Sie ihn bitte weiter. Denn nur die allgemeine Aufklärung der Bevölkerung ebnet den Weg für notwendige Veränderungen. Es dankt Ihnen Manfred J. Müller  
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© Manfred Julius Müller, Flensburg, Erstveröffentlichung 8. 1. 2023

 

 

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